Stillstand und Wandlung in der Trauer

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWenn wir versuchen, Bilder zu finden, die den Weg der Trauer beschreiben könnten, bietet sich “Die Spirale” an. Ich kann sie von innen nach außen oder umgekehrt durchschreiten. Ich kann in ihrem Inneren innehalten, verweilen und zurückgehen oder mich für die dreidimensionale Form entscheiden und damit für eine neue Stufe und Entwicklung. Die Spirale ist nicht geschlossen wie z.B. der Kreis – die Spirale bleibt offen. Ihre besondere Bedeutung für Trauernde gewinnt die Spirale durch ihren zyklischen Charakter. Es sind der Todestag, der Geburtstag und die besonderen Tage der Erinnerung, die Trauernden ein Gerüst geben können. Diese wiederkehrenden Daten, wie OSTERN, PFINGSTEN, oder WEIHNACHTEN, lassen den Trauerweg als einen Spiralweg erscheinen. IN IHM HABEN SOWOHL STILLSTAND ALS AUCH WANDLUNG PLATZ; SOWOHL FORTSCHRITT ALS AUCH RÜCKSCHRITT; SOWOHL AUF ALS AUCH AB.

Trauernde stehen vor der Herausforderung, persönliche Grenzen zu überschreiten und Neuland zu betreten. Auch wenn schon zuvor so vieles bewältigt wurde, so passt das “damals Gelernte” nicht auf die neue so schmerzlich veränderte Situation. Es können sich Gefühle wie Panik, Angst, Hilflosigkeit usw. einstellen (z.B. schaffe ich das noch einmal?) Diese schwere Aufgabe der Bewältigung, kann Trauernde aber auch die Erfahrung machen lassen: “Ich bin die Person, die das alles erlebt hat und die diesen fast unwirklich erscheinenden Erfahrungen nicht aus dem Weg geht”.
Viele Menschen durchleben diese Zeit ohne fremde Hilfe, unterstützt durch die Familie und/ oder den Freundeskreis. Manchmal kann es jedoch NOT-Wendig sein, sich psycho-soziale und/oder seelsorgerliche Begleitung zu suchen.

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