Der Tod meiner Tochter glich einer Amputation

Der Tod meiner Tochter glich einer Amputation. Der Strom der Fürsorge, Verantwortlichkeit und des aktiven Liebens wurde jäh abgeschnitten. Es war ein Gefühl des “Nichts-tun-Könnens”, der ohnmächtigen Hilflosigkeit.” „… niemand konnte mir jenen Weg abnehmen, den ich zu gehen hatte, aber “Begleitung” war für mich wichtig…….

“Würde ich dich beschreiben, Trauer, wärst du eine schattenhafte, schwarze Gestalt. Ich habe mit dir gelebt, seit ich geboren bin, aber in den letzten zweieinhalb Jahren haben wir miteinander gerungen und du hast deine Gestalt verändert. Immer wenn ich nach dem WARUM fragte:

Der Tod meiner Tochter glich einer Amputation

  • warum nicht ich, sondern meine Tochter?
  • warum so und nicht anders?
  • warum nicht noch ein paar Jahre?
  • warum, warum, warum….?
  • dann wurdest du (Trauer) groß, größer als ich – übermächtig!

Aber wenn ich nach dem WAS fragte:

  • Was ist an Intensität geblieben, an Erinnerung, an Wachstum?
  • Was bedeutet es für mein zukünftiges Leben?
  • Was ist an den abgebrochenen Stellen an neuen Trieben gewachsen?
  • dann wurdest du (Trauer) kleiner, fassbarer – verhandlungsbereiter. Wir haben gekämpft und verhandelt – bis heute. Manchmal mehr und manchmal weniger. Du kommst immer noch unangemeldet, überraschend. Aber wir haben uns angefreundet und Kompromisse geschlossen. Ich habe dich akzeptiert als meinen Wegbegleiter, der mich auch an die Wurzeln erinnert und mich mahnt:
  • nicht im Leid stecken zu bleiben, in dem ich Trauer als Schutzschild vermarkte
  • in Liebe loszulassen, was nicht zu halten ist
  • die Qualität von Freude und Leid zu erkennen und das daraus entstehende Wachstum als Geschenk zu begreifen. Mein Weg aus der Erstarrung in den Prozess des Wachstums war mir nur möglich, indem ich mich nach dir umdrehte (Trauer), dich ansah, mich dir stellte und so versuchte, dich zu begreifen.”

aus: “Im Himmel welken keine Blumen” S.156

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